MÜNSTERPLATZ

Fünf Jahre später, am 24. April 1957, zeigt sich die Endstelle der Linie 7 in Castrop-Rauxel weitgehend unverändert. Nur die Fassade des Eckhauses an der Thomasstraße hat bereits unter der staubigen Ruhrgebietsluft gelitten.

Der an diesem Tag auf der Linie 7 eingesetzte Triebwagen 166 (geliefert 1916 von der Dortmunder Union) beginnt nach wenigen Minuten Wartezeit seine Fahrt nach Bochum (Fotos Peter Boehm – Sammlung Axel Reuther):

BAU EINES BUSBAHNHOFS

Die Einstellung der Straßenbahnverbindung zwischen Herne und Castrop-Rauxel sowie Neubauvorhaben in der Innenstadt leiteten Mitte der 1950er-Jahre die Modernisierung des Stadtzentrums von Castrop-Rauxel ein.

In einem ersten Bauabschnitt entstand unweit der Emschertalbahn der neue Münsterplatz mit einem modernen Busbahnhof. Er wurde am 14. Januar 1957 eröffnet. Hier erhielten die nach Castrop-Rauxel verkehrenden Omnibuslinien der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel, der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und der Stadtwerke Dortmund jeweils eigene Haltestelleninseln. Im Zentrum des Platzes befand sich ein moderner Verkaufspavillion.

WEGFALL DER 180-GRAD-WENDE

Vom neuen Busbahnhof profitierten vor allem die Fahrer auf der Omnibuslinie 11 der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel. Sie mussten zuvor im Kreuzungsbereich zwischen Herner Straße und Münsterstraße um 180 Grad wenden, bevor sie die Rückfahrt nach Herne antreten konnten. Ohne Servolenkung war das recht anstrengend.

Die Bildfolge enthält eine Reihe von rund um den Münsterplatz entstandenen Postkartenmotiven aus den 1950er-Jahren.

Die erste Aufnahme entstand kurz nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebs nach Herne. Das zweite Motiv, eine Postkarte von 1957, zeigt den damals neuen Omnibusbahnhof: links ein von Krauss-Maffei gelieferter Bus der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel, rechts ein Büssing der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG.

Interessanter an der Aufnahme von 1957 ist, dass im Hintergrund noch ein Bochumer Straßenbahnwagen an der Endstelle vor dem Bahnübergang der Emschertalbahn zu sehen ist. Kurze Zeit später wurde die Endstelle in die Münsterstraße zurückgezogen. Das war – wie die letzten Motive im Slider belegen – aufgrund des gestiegenen Individual- und Omnibusverkehrs auch unumgänglich.

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  • Nach der Einstellung der Straßenbahnlinie nach Herne wartet in der Herner Straße ein Omnibus
    der Linie 11 auf Fahrgäste. Nach einer 180-Grad-Wende wird er nach Herne zurückfahren.
    Verlag Werner Teschner, Castrop-Rauxel - Sammlung Ludwig Schönefeld