IN FLOTTER FAHRT

Eine bedeutende Innovation für den Straßenbahnverkehr in Castrop-Rauxel war der Einsatz der modernen Düwag-Zweirichtungs-Gelenktriebwagen auf der Linie 7.

Die 1961 bei der Düsseldorfer Waggonfabrik DÜWAG gebaute dritte Bauserie (Triebwagen 1 bis 16) kam Anfang 1962 in den Linieneinsatz, die 1962 abgelieferte vierte Bauserie (Triebwagen 17 bis 32) folgte bis 1963.

Die neuen Triebwagen boten mit 44 Sitz- und 133 Stehplätzen in der Hauptverkehrszeit deutlich mehr Platz als die Zweiachser mit 22 Sitz- und maximal 43 Stehplätzen. Zwischen Bochum und Gerthe wurden in der Anfangszeit sogar noch Beiwagen mitgeführt.

MEHR GESCHWINDIGKEIT

Gemessen an den Fahrleistungen der zuvor eingesetzten zweiachsigen Triebwagen waren die neuen Fahrzeuge schnell und deutlich stärker motorisiert. Das ermutigte die Fahrer, auf der Überlandstrecke zwischen Gerthe und Castrop Zeit gut zu machen.

Ein Beispiel dafür ist das Beitragsfoto aus der im Stadtarchiv Bochum aufbewahrten Sammlung von Gretel Bauer. Es wurde um 1965 in Obercastrop, in Höhe des Hauses Bochumer Straße 174 aufgenommen. Aufgrund des Gefälles von 47 Promille waren auf den 655 Metern über den „Eselsberg“, zwischen der Ausweiche Am Kreuz und der Haltestelle Cottenburgstraße maximal 25 km/h erlaubt.

Sehen Sie einmal auf die Staubwolke am mittleren Drehgestell: Der Fahrer von Triebwagen 30 hat kräftig Sand gegeben – und war vermutlich schneller als erlaubt unterwegs.

MEHR KOMFORT

Für die Fahrgäste brachten die neuen Wagen mehr Komfort. Und sie passten auch in die Castroper Stadtlandschaft, die Zug um Zug moderner wurde.

Die nachfolgenden, rund um die Zeche Erin entstandenen Fotos, dokumentieren den vergleichsweise guten Ausbauzustand der Straßenbahnstrecke. Bereits Anfang der 1950er-Jahre hatte man die Bochumer Straße ausgebaut.

Aufgrund der Platzverhältnisse hatte man die Ausweiche noch in der Bochumer Straße angelegt, die Haltestelle „Erin“ jedoch in der Widumer Straße. Hier gab es zwei Haltestelleninseln an einer eingleisigen Strecke. Das war recht ungewöhnlich. Vermutlich wollte man damit im Berufsverkehr die wartenden Fahrgäste dem Reiseziel entsprechend ordnen.

  • Die Linie 7 in Höhe der bereits auf Castroper Stadtgebiet liegenden Ausweiche "Am Kreuz".
    Links im Tal liegen die Anlagen der Zeche Erin. 4. Mai 1967.
    Foto Wolfgang R. Reimann