IN DER STADT

Die Straßenbahn-Endstelle vor den Bahnschranken hatte nicht mehr lange Bestand.

Weil auf der Linie 7 auf dem Streckenast nach Castrop-Rauxel keine Anhänger eingesetzt wurden, war auch das an der Emschertalbahn noch vorhandene Umsetzgleis selten in Gebrauch.

Somit war es betrieblich möglich, die Endstelle Anfang der 1960er-Jahren in die Münsterstraße zurückzuziehen. Die aus Bochum kommenden Straßenbahnwagen hielten jetzt vor den Büros der „Ruhr Nachrichten“.

Für Fahrer und Schaffner gab es in Castrop-Rauxel nur noch eine sehr kurze Pause. Sie mussten die Innenstadt nach kurzem Halt verlassen, damit der jeweils nachfolgende Straßenbahnwagen in der Ausweiche an der Zeche Erin kreuzen konnte.

Das 1961 aufgenommene Beitragsbild zeigt die Endstelle der Straßenbahn im Zentrum der Castroper Innenstadt. Triebwagen 184 (Credé 1951) macht sich soeben in der Münsterstraße auf den Weg nach Bochum (Foto Baumann – Stadtarchiv Castrop-Rauxel).

VERBANDSTYP II

Auf der einstigen Paradestrecke der Westfälischen Straßenbahnen AG setzte in der Nachkriegszeit auch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG immer recht modernes Rollmaterial ein.

Anfang der 1960er-Jahre gehörten dazu vier, 1951 von der Waggonfabrik Credé in Kassel gelieferten Triebwagen des „Verbandstyps II“ (Triebwagen 181 bis 184). Ein weiteres Fahrzeug wurde im gleichen Jahr von der Waggonfabrik Uerdingen geliefert (Triebwagen 185). Die Bezeichnung „Verbandstyp“ leitete sich aus Normen des Verbandes Öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) ab.

Vor dem Einsatz auf der Linie 7 waren die Triebwagen bevorzugt auf der Linie 8 im Einsatz. Dort wurden sie ab 1957 von der ersten später „GT6“ genannten Zweirichtungs-Gelenktriebwagen des Typs „Bochum“ abgelöst (Triebwagen 261 bis 293).

Ein zweites Foto der für Castrop-Rauxel neuen Verbandstyp-Triebwagen nahm Friedrich Engel im Mai 1959 vor dem Gasthof „Glück Auf“ von Otto Wietelmann auf (Stadtarchiv Castrop-Rauxel):

Die Triebwagen 181 bis 185 blieben noch bis zum 31. Dezember 1974 im Liniendienst. Anschließend wurden sie noch bis zum 31. August 1988 als Arbeitswagen eingesetzt. Drei Triebwagen blieben erhalten: Triebwagen 181 zunächst im Emschertalmuseum und heute in privater Hand, die Triebwagen 183 und 185 beim Verein Bergische Museumsbahn e.V. (BMB) In Wuppertal.

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